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Verschlüsse, Kappen und Septen für die Chromatographie

Die Wahl des richtigen Verschlusses orientiert sich sowohl an bestimmten Eigenschaften des Gerätes (Nadeltyp / -schliff, Transportmechanismus des Autosamplers, etc.) als auch an den Anforderungen der Applikation (Temperatur, Sensibilität der Analyse, Einfach- / Mehrfachinjektion, etc.) und ist demnach schwieriger und individueller als die Bestimmung des richtigen Flaschentyps.
Die individuellen physikalischen und chemischen Eigenschaften der diversen Septenmaterialien sind entscheidende Faktoren bei der Wahl eines geeigneten Verschlusses.

Gut zu wissen
  • Dicke / stumpfe HPLC Nadeln erfordern weiche Silikon / PTFE Verschlüsse, ent­weder geschlitzt oder ungeschlitzt.
  • Schnapp­ring­verschlüsse N 11 sollten nur in der HPLC eingesetzt werden, da der punktuelle Anpress­druck nicht die gleiche Dichtig­keit erzielen kann wie der gleich­mäßig ausgeübte Druck über ein umlaufendes Gewinde oder einer Ver­bördelung.
  • Schraub­verschlüsse N 9 und N 18 haben kein Norm­gewinde. Um eine har­monische und dicht abschließende Passform beider Komponenten zu gewähr­leisten, verwenden Sie bitte nur Flaschen und Verschlüsse eines Herstellers.
  • Geschlossene Schraub­verschlüsse zur Proben­lagerung benötigen auch eine elastomere Dichtscheibe, um flüssige Proben dicht zu verschließen.

Allgemeine Empfehlungen

Zusätzlich zu den Eigenschaften der Septen­materialien kann man folgende allgemeine Empfehlungen machen:

  • Vorteile von Schraub­verschlüssen N 9 – universell auf fast allen Autosamplern einsetzbar, komfortabel in der Handhabung und in einem breiten Spektrum an Kappen­farben und Septen­materialien erhältlich. Sie erfüllen alle Anfor­derungen an Dichtigkeit und analytischer Reinheit, sowohl in der GC als auch in der HPLC. Aufgrund des relativ dünnen Septums ist die Penetration sicher und leicht. Bördel­verschlüsse N 11 sind ebenfalls universell geeignet hinsichtlich der Auto­sampler­gängigkeit, jedoch nicht so sicher und komfortabel in der Verschließ­technik wie die Schraub­ver­schlüsse N 9.
  • Gebondete Verschlüsse – im Normal­fall sollten fertig montierte Verschlüsse für alle Nadeln bei Wahl des richtigen Septums geeignet sein. Dennoch kann in einigen Fällen der Einsatz von gebondeten Verschlüssen (Kappe und Septum sind zu einer un­trenn­baren Einheit verbunden) ratsam sein. Beispiel: stumpfe HPLC Nadel, jedoch kann wegen der Gefahr des Proben­verlustes / von Konzentrations­schwankungen kein geschlitztes Septum verwendet werden. Um zu verhindern, dass das unge­schlitzte Septum in die Flasche gedrückt wird, verwendet man einen gebondeten, unge­schlitzten Verschluss.
  • Kappen­farben - können der Kenn­zeichnung dienen (Proben- / Labor- / Schicht­kennzeichnung). Zu beachten ist allerdings, dass manche Auto­sampler mit Photo­zellen arbeiten, die u. U. transparente Kappen nicht erkennen.
  • Penetration – die Penetrations­fähigkeit eines Septums setzt sich aus Härte und Gesamt­dicke des Septums zusammen, wobei die Härte in „° shore“ angegeben ist. Für leicht zu verbiegende Nadeln als auch für stumpfe Nadeln mit Penetrations­problemen sollten weiche und möglichst dünne Septen ausge­wählt werden. Dies dient sowohl der Nadel­sicherheit (Ver­stopfen / Ver­biegen der Nadel) als auch der Analyse (keine Konta­mination der Probe aufgrund von Partikeln während der Penetration).
  • Ersatzsepten – sind zwar z. T. erhältlich, jedoch besteht bei der manuellen Montage das Risiko der Kontamination mit Hautfett / Schweiß und einer fehler­haften Seiten­orientierung. Es sollten deshalb nur fertig montierte Verschlüsse einge­setzt werden, bei denen Dicht­scheibe und Kappe auf­einander abgestimmt und unter strikten Hygien­eregeln automatisch montiert wurden.